Anfänge

Gründung

Eine langjährige Tradition auf dem Sektor Volksbildung, begründet auf einer erkannten Art, durch die geographische Randlage sich selbst helfen zu müssen, wenn man mit dem Schicksal nicht zufrieden sein wollte, läßt sich lange zurückverfolgen.

Ganz besonders die Unterhaltung in Form des Laientheaters wurde intensiv gepflegt. Bereits in den Fünfzigerjahren verfolgte man die Idee, zur besseren Abdeckung kultureller Belange einen Verein zu gründen. Ein Proponentenkomitee erarbeitete Vereinsstatuten, und mit dem Schreiben vom

25. April 1959 wurde die Gründung des „Volksbildungsvereines Leopoldschlag“

an die OÖ. Sicherheitsdirektion nach gemeldet. Initiator und erster Zustellbevollmächtigter des Vereins war Wagnermeister Eduard Böhm. Seit dem 5. Oktober 1959 ist der Verein berechtigt, das Marktwappen zu führen. Die erste Generalversammlung fand am 14. Februar 1960 im Gasthaus Preinfalk statt. Am 22. September 1960 wurde der Verein in die „Arbeitsgemeinschaft der OÖ. Volksbildungswerke“ aufgenommen.

Bei der ersten Theateraufführung des neuen Vereins, dem Stück „s’Nullerl“ kostete eine Karte im 1. Rang S 8,-, im 2. Rang S 6,-. Bei fünf Vorstellungen im Preinfalksaal wurden 529 Karten verkauft . Von unseren knapp 1000 Einwohnern war also jeder zweite im Theater, da ja kaum jemand von auswärts die Vorstellungen besuchte. Die Theaterbegeisterung war sehr groß, es wurde jährlich einmal Theater gespielt. Die Bühne wurde von Vereinsmitgliedern geplant, auch gebaut und im Saal des Gasthauses Preinfalk aufgestellt. Es war ein mühevolles Auf- und Abbauen, da ja der Saal für viele verschiedene Veranstaltungen verwendet werden musste.

Ende der Sechzigerjahre wurde es etwas ruhiger ums Theater in Leopoldschlag.

Nach einer vereinstechnischen kurzen Flaute wurde der Wunsch nach einem besser florierenden Verein vor allem von jungen Idealisten artikuliert. Bei einer Generalversammlung am 23. Juni 1973 wurde eine neue Vereinsführung mit Obmann Johann Nimmervoll an der Spitze gewählt.
Viele von ihnen sind noch heute (2001) als Spieler/ Techniker / Mitarbeiter oder im Vorstand dabei.

Auf der Suche nach einem größeren Theatersaal wurde die Idee geboren, „Theater am Bauernhof“ zu spielen. Die Wagenhütte der „Hackermühle“ wurde ausgesucht. Aber auch hier mußte eine neue Bühne installiert werden. Nach zwei gelungenen Theaterprojekten kam man wegen des großen Arbeitsaufwandes wieder davon ab.

Wieder war es ein Wechsel unserer Spielstätte, diesmal ins Gasthaus Hoffelner, der den Bau einer neuen Bühne erforderlich machte. Aber auch hier war der mühsame Auf- und Abbau der Bühne notwendig. Seit 1973 waren 25 Theaterproduktionen zu sehen. Das ergibt 125 Vorstellungen, bei insgesamt 13 500 Besuchern. Man kann sich vorstellen, wie oft die Bühne auf- und abgebaut werden mußte. Und immer waren es dieselben Leute, die mit großer Begeisterung am Werk waren.

Erste Kontakte zum Landestheater Linz.

Eine große Unterstützung der Theaterarbeit erfuhr der Verein dadurch, daß freundschaftliche Bande mit den verschiedensten Mitgliedern des Linzer Landestheaters geknüpft werden konnten. Dies war möglich, weil ich seit 1972 dort beruflich beschäftigt und seit 1965 auch mit Begeisterung und großem Idealismus beim Volksbildungsverein tätig war.

Schauspieler, Bühnen- und Maskenbildner, Techniker, Maler etc. ließen uns in idealistischer Weise ihren wertvollen Rat und ihre große Berufserfahrung zukommen. Es waren wunderbare Stunden, in denen wir diese netten Menschen zu Freunden gewinnen durften.

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